Gesundheit im Goldenen Schnitt II: Atmen und Essen

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aus: „Gesundheit im Goldenen Schnitt – von Mona Lisa bis Matrix Rhythmus“

Gibt es eine ideale Atmung?

Gibt es eine „ideale“ Atmung und welche Atmung kommt der Atmung im Goldenen Schnitt am nächsten? Fest steht: ohne Sauerstoff ist für uns Leben nicht möglich. Ein- und Ausatmung versorgen den Körper mit Sauerstoff und befreien ihn von Kohlendioxid. Zugleich beeinflusst unsere Atmung die Herzratenvariabilität (HRV) aufgrund des Wechselspiels zwischen aktivierendem Sympathikus bei der Ein- und beruhigendem modulierenden Parasympathikus bei der Ausatmung. So sollte es mit einer „gesunden“ Regulationsfähigkeit gelingen mittels getakteter Atmung den Parasympathikus zu stimulieren und zu aktivieren. Eine Tatsache, derer sich Vortragsredner oder Sportler bedienen, um sich wieder runter zu regeln.

“What do Mahatma Gandi, the martial arts, Bruce Lee, Buddhist meditators, Christian monks, Hawaiian kahunas, and Russian Special Forces have in common? They all used breathing to enhance their physical, mental, and spiritual well-being.” (2)

Gesundheit setzt eine tiefe und regelmäßige Atmung voraus.

Im Zuge einer mehrstufig ablaufenden biochemischen Reaktion (Citratzyklus) entsteht aus Sauerstoff und Nährstoffen in den Zellen die für den Menschen verwertbare Energieform ATP (Adenosin-Tri-Phosphat).

Friedman/Cross propagieren in Anlehnung an die Goldene Regel eine Einatmung von 3 Sekunden und eine Ausatmung von 5 Sekunden als optimales Verhältnis. Während des Gehens lässt sich leicht üben: drei Schritte ein-, fünf Schritte ausatmen. Dieses Verhältnis entspricht den goldenen Proportionen. Durch stete Übung kann man sich an höhere Atemvolumina heranarbeiten wie 5:8 oder 8:13. Zugleich verschraubt sich der Körper mit der rhythmischen Ein- und Ausatmung wechselweise nach links- und rechts.(3) Verstärkt wird der positive Gesundheitseffekt, wenn diese Atemübungen im Wald, in den Bergen oder am Meer praktiziert werden.

„Your breath is the true link to the universe. Ascending breath spirals upward to the right; descending breath spirals downward to the left. This interaction is the union of fire and water. It is the cosmic sound of A and UN, OM, α and Ω ”.(4)

Essen à la Fibonacci

Regelmäßig werden „neue“ Ernährungskonzepte veröffentlicht. Die Zahl der tatsächlich langfristig erfolgversprechenden Ernährungskonzepte ist hingegen verschwindend gering. Deren Ziel sollte sein, auf lange Frist die ideale Balance zwischen Über- und Untergewicht erreichen zu können, um somit die Grundlage für optimale Leistungsfähigkeit zu bieten.

Bei den meisten Diäten spielt die Verhältnismäßigkeit von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen zueinander eine Rolle. In der „Durchschnittsernährung“ dominieren zumeist die Kohlenhydrate (ca. 50%), repräsentiert durch zu viel Fleisch und Teigwaren, gefolgt von gesättigten Fettsäuren (ca. 35%). Auf der anderen Seite der Skala stehen die Ketogene Ernährung oder die Atkins-Diät. Bei diesen dominiert der Fettanteil mit ca. 70%, gefolgt von Proteinen (bis zu 25%). Auf Kohlenhydrate soll hier weitestgehend verzichtet werden. Das kann kurz- und mittelfristig zu guten Ergebnissen führen. Es ist jedoch zweifelhaft, ob mit dieser extremen Ernährungslage Gesundheit und Leistungsfähigkeit langfristig aufrechterhalten werden können.

Friedmann, Cross kommen zum Ergebnis, dass die „Zone Diet“ (5) das optimale Verhältnis bietet. Die Autoren führen dies zurück, dass die Zone mit der Verhältnismäßigkeit 40% Kohlehydrate, 30% Proteine, 30% Fette, gewissermaßen das Fibonacci-Maß 40/60 [30 + 30] wiederspiegelt.

Es zeigt auch meine Erfahrung in der Praxis, dass dieses Ernährungskonzept positive Auswirkung auf Wohlbefinden, geistige und körperliche Leistungsfähigkeit und Gesundheit erzielt und vor allem, dass es langfristig angewandt werden kann. Die Zone verhilft dem Organismus zu einem Maximum an metaboler Effizienz, um die Nährstoffe optimal zu nutzen.

So gelingt es mit dem 40/30/30-Konzept:
– Schleichende Entzündungen runterzufahren bzw. zu vermeiden,
– Insulinsensitivität zu optimieren,
– Körperfett ab- und Muskulatur aufzubauen.

Wichtig ist dabei, dass die Kohlenhydrate größtenteils aus Gemüse und Obst bestehen sollten. Fleisch und Fisch ergänzen die Kost in geringerer Menge. Die bevorzugten Kohlenhydrate weisen einen niedrigen Glykämischen Index auf, der lediglich einen geringen Anstieg an Blutzucker und Insulinspiegel bewirkt.

Fett ist nicht gleich Fett

Bei den Fetten gilt es, den Verzehr von raffinierten Fetten wie Soja-, Raps-, Sonnenblumenöl zu reduzieren und den Konsum von hochwertigen Ölen wie Olivenöl (Extra Vergine), Leinöl und v.a. Omega-3 Fettsäuren hochzufahren. Bei Letzterem ist es ganz wichtig, nur auf allerhöchste Qualität und Reinheit zu achten, ansonsten gelingt es sehr schnell, sich schleichend mit Kontaminanten und Schwermetallen zu vergiften.

Dieses vom Lipidforscher Barry Sears in den 1990er- Jahren entwickelte Ernährungskonzept hat bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Seither konnten sich viele Anwender von den Erfolgen der Zone-Diet überzeugen. Dazu zählen Olympiasieger und WM-Fußballprofis, die dank dieser Ernährungsumstellung erneut Höchstleistungen erzielen konnten, obwohl sie teilweise bereits am Ende ihrer sportlichen Laufbahn waren. Zu mehr Lebensqualität verhilft die Zone-Diet schließlich all denjenigen, die am Metabolischen Syndrom leiden. Die Insulinrezeptoren gewinnen wieder an Funktion, auf gespeicherte Fettvorräte kann wieder zugegriffen werden. Sowohl Heißhunger als auch Körperfett werden weniger.

Dank seiner dauerhaften Anwendbarkeit lässt sich dieses ausgewogene Konzept gut als zentraler Baustein in einen gesunden Lebensstil integrieren.

Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Fortsetzung des Beitrags: Gesundheit im Goldenen Schnitt III: Rhythmik und Spiralbewegung
siehe auch: Gesundheit im Goldenen Schnitt I: Fibonacci
Der gesamte Beitrag (Teile 1-3) als PDF: Gesundheit im Golden Schnitt – von Mona Lisa bis Matrix Rhythmus

Legende

ad (2) Brown; Gerbarg, S. 2.
ad (3) Larsen S. 116. Spiraldynamik – ein Bewegungskonzept von Dr. med Christian Larsen und Yolande Deswarte.
ad (4) Ueshiba, Morihei: The Art of Peace, Hrsg: Stevens, John, 2002.
ad (5) Die Zone-Diet wurde vom ehem. MIT-Forscher (Massachusetts Institute of Technology, Boston) Barry Sears entwickelt. In seinen Kernaussagen, wie z.B. den Einfluss der Ernährungsqualität auf Stille Entzündungen und auf die Hormonelle Balance (Insulin, Cortisol) gilt das Konzept als wegweisend.

Literatur

Brown, Richard; Gerbarg, Patricia: The healing Power of the breath, 2012.
Friedmann Robert; Cross, Matthew: Natures Secret Nutrient, 2018.
Larsen, Christian; Lauper, Renate: Spiraldynamik® – Achtsame Körperhaltung, 2015.
Larsen, Christian: Spiraldynamik, Die zwölf Grade der Freiheit, Kunst und Wissenschaft menschlicher Bewegungskoordination, 2014.
Sears, Barry: The Resolution Zone: the science of the resolution response, 2019.
Sears, Barry; Pina, Ricchardo: 40-30-30 Die ZONE-Diät, 2009.
Sears, Barry: The Zone Diet, 1999.
Sears, Barry: The Zone: Revolutionary Life Plan to Put Your Body in Total Balance for Permanent Weight Loss,1995.
Ueshiba, Morihei: The Art of Peace, Hrsg: Stevens, John, 2002.