Die Carboxy-Schmerztherapie

Behandlung von Schmerzen mit der Carboxytherapie

Die Carboxytherapie hat Geschichte

Die Verwendung des natürlichen Gases CO2 zu Heilzwecken reicht sehr lange zurück. Ursprünglich als Kurbad angewandt (z.B. Royat in Frankreich, Marienbad in der Tschechischen Republik), wurde es spätestens seit den 1950er Jahren systematisch auch parenteral, also per Injektion in- oder unter die Haut, genutzt.

Die Carboxy- oder Quellgastherapie (auch CO2-Insufflation genannt) wurde zunächst wegen ihrer durchblutungsfördernden Wirkung für die Verbesserung der Wundheilung, zur Behandlung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit und zur lokalen Schmerztherapie genutzt.

Erst seit Mitte der 1990er Jahre wurde die Wirkung der Carboxytherapie in der Ästhetischen Therapie und im Kontext des Anti-Aging entdeckt. Dieser ebenfalls sehr erfolgreiche Anwendungsbereich soll an dieser Stelle jedoch nicht betrachtet werden (siehe hierzu: „Ästhetik und Better-Aging mit der Carboxytherapie“). Vielmehr geht es hier um den Einsatz in der Schmerztherapie und angrenzenden Bereichen.

Ein Leben unter Schmerzen

Schmerzen sind ein Signal, mit dem unser Organismus auf Verletzungen oder Funktionsstörungen von Organen reagiert. Gleichwohl müssen diese nicht immer Symptom für eine Krankheit sein. Schmerzen können auch selbst zur Krankheit werden. Immer mehr Menschen leiden heute unter Kopf-, Nacken- oder Rückenschmerzen usw.

Diese Schmerzen können chronisch sein und so stark werden, dass die Betroffenen ihren Alltag häufig nur noch meistern können, wenn sie ständig immer höhere Dosen von Schmerzmitteln zu sich nehmen. Das Leben wird dann vom Schmerz bestimmt. Die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit leidet, die Lebensfreude geht verloren.

Hinzu kommen beträchtliche gesundheitliche Risiken, die mit der dauernden Zuführung von Schmerzmitteln verbunden sind, welche häufig noch nicht einmal die gewünschte Wirkung zeigen.

Deshalb versucht die Naturheilkunde in der Schmerz-therapie andere, sanfte Wege zu gehen. Ziel ist es, den Schmerz zu reduzieren, ohne den Organismus durch nebenwirkungsreiche Medikamente zu belasten oder zu schädigen. Ein erfolgreicher Weg ist die Carboxytherapie.

Wie läuft eine CO2 Behandlung ab?

Bei der Behandlung wird medizinisch reines Kohlendioxid mit einer feinen Kanüle unter die Haut gespritzt. So gelangt es gezielt – ohne Umwege über Magen oder Blutkreislauf – an die gewünschten Stellen und kann diese sofort entspannen. Der lokale Stoffwechsel und die Durchblutung werden gefördert. Darüber hinaus werden die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert, denn durch eine bessere Durchblutung können Gifte und Schlacken schneller abgebaut und abtransportiert werden.

Ferner kommt es im Sinne einer Reflextherapie durch Fortleitung über Nervenbahnen, und möglicherweise auch der Matrix, zu einer Wirkung in weiter entfernt liegenden Regionen, was man sich beispielsweise bei der Kopfschmerzbehandlung zu Nutze macht.

Das CO2 dient lediglich als Auslöser dieser Heilreaktionen. Als Äquivalent zum körpereigenen Stoffwechselprodukt wird es letztlich über das Blut zur Lunge transportiert und dort abgeatmet. Der Behandlungseffekt entsteht aus der kurzzeitig erhöhten Konzentration des körpereigenen Stoffes CO2, sozusagen als „natürliches Heilmittel“.

Die feine Kanüle ist kaum spürbar, allenfalls während des Einströmens des Gases ist ein leichtes Brennen zu verspüren; das dauert wenige Sekunden. Die lokale Rötung und die als wohltuend empfundene Wärme sind der gewollten gesteigerten Durchblutung geschuldet und verschwinden nach kurzer Zeit.

Diese Art der Schmerzbehandlung dauert nur wenige Minuten und wirkt nicht ermüdend. Der Patient ist daher nach der Behandlung sofort wieder einsatzfähig und belastbar. Auch das macht die Carboxytherapie so „alltagstauglich“.

Carboxytherapie: Einsetzbar bei zahlreichen Schmerzbildern

CO2 hat eine durchblutungsfördernde und schmerz-stillende Wirkung. Die Carboxytherapie wird deshalb bei akuten und chronischen Schmerzen, Sportverletzungen und als Schmerztherapie nach Operationen eingesetzt.

Sie zeitigt Erfolge bei akuten und therapieresistenten Erkrankungen (chronische Kopfschmerzen, Migräne, schmerzhafte Erkrankungen des Bewegungsapparates, Durchblutungsstörungen, begrenzte Ekzeme u.a.).

Die oft erhebliche Minderung des Schmerzmittelver-brauchs durch die Quellgastherapie kann vor allem Spätschäden, die nach langjährigem Schmerzmittel-einsatz auftreten können, einschränken. Die Carboxy-Schmerztherapie kann z.B. bei folgenden Beschwerde-bildern erfolgreich eingesetzt werden:

  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Spannungskopfschmerz
  • Nackenschmerzen
  • Bewegungsschmerzen im Schulterbereich
  • Schmerzen des Bewegungsapparates
  • Rückenschmerzen (Dorsalgien), z.B. Bandscheiben-beschwerden, Osteoporose, Morbus Bechterew
  • Muskelschmerzen (Myalgien)
  • Sehnenentzündungen (Tendopathien), z.B. Achillessehnenbeschwerden, Tennisellenbogen, Golferarm
  • Gelenkschmerzen (Athropatien)
  • Prellungen, Verstauchungen
  • Morbus Raynauld
  • Ulcus cruris
  • Begrenzte Ekzeme, Akne vulgaris
  • Periphere Durchblutungsstörungen
  • Wundheilungsstörungen, Wundschmerz (Verletzungen)
  • Narbenbehandlung
Kontraindikationen der Carboxytherapie

Bei hämatologischen oder Gerinnungsstörungen sollte eine Quellgastherapie vermieden werden. Auch für Personen mit akuten Herz-Kreislauf- oder Lungener-krankungen, akuter Thrombose oder Apoplex sowie Schlaganfall-Patienten ist diese Form der Therapie nicht geeignet. Zu Auswirkungen in der Schwangerschaft oder Stillzeit liegen keine Erkenntnisse vor, weshalb die Quellgas-Therapie auch hier nicht unbedingt angewendet werden sollte.

Qualität ist uns wichtig

Wie bei allen Behandlungen setzen wir in der equalance Naturheilpraxis auf Qualität: so verwenden wir aus-schließlich Laparox® Medical CO2, reines medizinisches CO2 der Linde Healthcare. Als Gerät für die Carboxy-therapie vertrauen wir auf die patentierte Technologie des CDT der Carbossi Terapia Italiana. Mit diesem zertifizierten Gerät können sowohl die Menge des zuzuführenden CO2 wie auch die Fließgeschwindigkeit exakt dosiert werden. Darüber hinaus wird die Temperatur des Quellgases exakt überwacht. Diese Qualitätsvoraussetzungen geben die Möglichkeit, uns voll und ganz auf die Behandlung zu konzentrieren.

Falls Sie Fragen zur Carboxytherapie haben, so steht Ihnen das Team der equalance Naturheilpraxis gerne zur Verfügung.

Weiterführende Literatur

Akça B.O. et al.: Hypercapnia improves tissue oxygenation. Anaesthesiology 2002, 97(4), 801-6
Badal, J.: Lecba zridelnim plynem. Plynove injekce (Heilmethode durch Quellgas). Sbornik lekarsky/ČSSR 1956, 58: 1-24.
Beer, A., et al.: Physiologische Untersuchungen zur geschlossenen CO2-Gasbehandlung. Z. Phys. Baln. Med. Klim. (Sonderheft 1) 1990, 19: 40-44.
Benda, J.: Subkutane Applikation von Quellgas (CO2) in den böhmischen Bädern. Z. Phys. Med. Baln. Med. Klim. (Sonderheft 1) 1990, 19.
Beran, A.V. et al.: Cutaneous blood flow and its relationship to trans-cutaneous O2/ CO2 measurements. Crit. Care Med. 1981, 9: 736.
Body, J. Les injections sous-cutanées de CO2 Thermal. Referat zur 4. International Carbon Dioxide Conference: CO2 and Health vom 7.-10.09.2000 in St. Moritz-Bad/Schweiz
Boucomont, Y.: Le traitement des artérites par la cure de Royat. La Presse Therm. et climat., Paris 1971, 108: 257-259.
Brandi C. et al.: The role of Carbon dioxide therapy in the treatment of chronic wounds. In Vivo 2010, 24(2), 223-6
Brockow, T. et al.: Clinical Evidence of subcutaneous CO2-Insufflations: A Systematic Review. J. Altern. Complement. Med. 2000, 391-403.
Brockow, T. et a.l.: Systematische Literaturanalyse zur klinischen Wirksamkeit von subkutanen CO2-Insufflationen. Phys. Med. Rehab. Kuror. 2001, 11: 77-86.
Diji, A., Greenfield, A. D. M.: The Local Effect of Carbon Dioxide on Human Blood Vessels. Amer. Heart J. 1960, 60: 907-914.

u.a. (siehe pdf)

Beitrag als pdf-download >>
Fragen oder Anmerkungen? >>