Therapeutisches Anti-Aging 2 – Adaptogene & Coenzym Q10

Besondere Heilpflanzen: Adaptogene

Seit Menschengedenken nutzt die Naturmedizin die heilenden Eigenschaften von Kräutern. Eine besondere Gruppe unter den Heilkräutern bilden die sogenannten Adaptogene. Diese enthalten biologisch aktive Stoffe, die dazu beitragen können, unseren Körper wieder in Balance zu bringen und seine Zellstrukturen zu schützen.

Adaptogene Pflanzen sind in der Lage die Stressresistenz des Organismus zu erhöhen. So kommt es zu einer Normalisierung der Körperfunktionen auch unter belastenden Bedingungen. Stressbedingte Erschöpfung wird reduziert, die psychische und physische Leistungsfähigkeit steigt wieder an. Ein natürlicher Anti-Aging Prozess wird angestoßen.

Adaptogen: Taigawurzel

Als unmittelbare Stressreaktion setzt unser Organismus das Cortisol frei, ein Hormon der Nebenniere. Chronischer Stress und ein dadurch dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel können alle Systeme innerhalb des Körpers beeinträchtigen, unter anderem auch die Schilddrüse und die Nebennieren. Letztere produzieren neben Cortisol auch die anderen Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin.

Bringen Sie Ihren Körper in Balance: Nicht ohne Grund gilt Cortisol auch als Alterungshormon. Wenn der Cortisolspiegel steigt, muss sich unser Körper entscheiden, ob er „kämpfen“ oder „flüchten“ will. Das sympathische Nervensystem wird stimuliert, ebenso laufen auch die Nebennieren auf Hochtouren. Körperfunktionen, die kurzfristig nicht überlebensnotwendig sind, werden in dieser Zeit gedrosselt. Das Verdauungssystem arbeitet verlangsamt, die Wasserausscheidung wird verzögert. Der Blutdruck steigt in solchen Situationen an.

Wenn Körper und Gehirn auf diese Signale gesund reagieren, gleicht sich der Cortisolspiegel wieder aus und alle Funktionen kehren in den Normal-zustand zurück. Kommt dieser Mechanismus jedoch allzu häufig in Gang, wie z.B. bei chronischem Stress, dann kann das zur Ermüdung und zu vorzeitigen Alterungserscheinungen führen. Das gesamte System kommt aus dem Tritt.

Adaptogen: Rhodiola Rosea

Adaptogene Kräuter tragen dazu bei, dass Dysbalancen reduziert werden, die als Folge von Stress auftreten. Adaptogene Kräuter unterstützen und stärken die Regelungsprozesse des Körpers (Homöostase), wie beispielsweise des Kreislaufs, der Körpertemperatur, des Hormonhaushalts oder des pH-Wertes und erhöhen so die Resistenz gegen Stressfaktoren und Alterungsprozesse.

Adaptogene sind multifunktionale Stoffe, die auf natürlichem Weg aus den Wurzeln von Rosenwurz (Rhodiola rosea), chinesischem Spaltkörbchen (Schisandra chinensis) und Borstiger Taigawurzel (Eleutheroccus senticosus) gewonnen werden.

Diese Pflanzenextrakte werden seit Tausenden von Jahren in Europa und Asien zur Steigerung von Energie und Ausdauer, sexueller Leistungsfähigkeit und Fruchtbarkeit sowie zur Behandlung von Entzündungen und Infektionen genutzt. Zudem weisen sie vielversprechenden Nutzen bei altersbedingten Erkrankungen auf, einschließlich damit zusammenhängender Probleme wie des Abbaus kognitiver Fähigkeiten und der Gedächtnisleistung, neurodegenerativer Erkrankungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Adaptogene verlängern nachweislich die Lebensdauer und die Überlebenschancen. Im Rahmen der equalance Anti Aging Kur werden Adaptogene oral verabreicht.

Eigenschaften der ADAPTOGENE im Überblick

Auf folgende regulative Mechanismen wird eingewirkt:

  • Hitzeschockprotein HSP 70 und Hitzeschockfaktor HSF 1
  • Modulation der Membranrezeptoren wie G-Protein-gekoppelter Rezeptoren (GPCR) und ihrer Signalwege
  • Transkriptionsfaktoren der Forkheadbox-O-Familie (FOXO), die im Zellzyklus beim Zelltod, beim Stoffwechsel und bei der oxidativen Stressresistenz eine bedeutende Rolle spielen
  • Herabregulation apoptotischer Signalproteine
  • Schutz vor freien Sauerstoffradikalen (ROS), die eine Schädigung der Zellmembranen, Proteine und der DNA bewirken können
    GC BOOST, oral:
  • Anregung d. Abwehrzellen durch natürliche immunmodulierende und entzündungshemmende Stoffe und Vitamin D
  • Verstärkung der gesundheitsfördernden Effekte

Zentraler Energielieferant: Coenzym Q10

Der Mikronährstoff Ubiquinol (Coenzym Q10) spielt eine wichtige Rolle beim Altern. Dabei zeigt die bioaktive Form von Coenzym Q10 in zahlreichen Studien ihre Anti-Aging-Eigenschaften.

Energielieferant: in der Atmungskette der Mitochondrien sind das oxidierte Coenzym Q10 und das reduzierte Ubiquinol essentielle Elektronenüberträger zur Herstellung von Adenosintriphosphat (ATP), unserer körpereigenen Energieeinheit. Mehr als 95 Prozent der Energie wird mit Hilfe von Ubiquinol freigesetzt. Organe wie Herz, Gehirn und die Muskulatur benötigen viel Energie und sind daher auf große Mengen Ubiquinol angewiesen. Fehlt der Mikronährstoff, ist die zelluläre Energiegewinnung beeinträchtigt. Ein Mangel kann sich in verschiedenen Beschwerden wie verminderter Ausdauer, Müdigkeit, Muskelproblemen, geschwächter Immunabwehr sowie in beschleunigten Alterungsprozessen äußern.

Der Körper kann Ubiquinol zwar selbst herstellen, doch mit zunehmendem Alter, etwa ab dem 30. Lebensjahr, und bedingt durch Krankheiten oder Medikamente sinkt die Produktion.

Ubiquinol als Antioxidans: Neben seiner Rolle als Energielieferant ist Ubiquinol auch das einzige im Körper hergestellte fettlösliche Antioxidans. Es trägt zur Elastizität der Zellmembranen bei und schützt sie vor Schäden durch freie Radikale. Innerhalb der Mitochondrienmembran ist dieser Schutz besonders wichtig, denn während der Energieproduktion treten hier viele reaktive Sauerstoffverbindungen auf. Deshalb spielen oxidative Schäden und Mitochondrienstörungen bei der Alterung und der Entstehung zahlreicher Krankheiten eine zentrale Rolle.

Bei der Erforschung der antioxidativen Eigenschaften von Ubiquinol kamen Forscher der Shinshu-Universität in Nagano (Japan) zum Ergebnis, dass Ubiquinol die Mitochondrienfunktion durch erhöhte Genexpression bestimmter Sirtuine (SIRT1 und SIRT3) und intrazellulärer Rezeptoren (PGC-1a) verbessern kann. Diese verlangsamen das Fortschreiten der Alterung. Zudem beeinflusste der Mikronährstoff die altersbedingte Abnahme der Mitochondrienfunktion und -zahl positiv. Ubiquinol führte zu einer signifikanten Abnahme des Vergreisungsgrades und der Seneszenz im mittleren Alter.

Einfluss auf Nerven und Augen: Auch im Hinblick auf kognitive Funktionen liefert Ubiquinol sehr vielversprechende Resultate: Es kann das Gedächtnis und die Lernfähigkeit verbessern und so sogar das Fortschreiten von neurodegenerativen Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Alzheimer im Anfangsstadium verzögern. Darüber hinaus ist der Mikronährstoff wichtig für die Augengesundheit. Die Retina ist sehr anfällig für freie Radikale und enthält daher große Mengen an Antioxidanzien wie Vitamin C und E. Hier regeneriert Ubiquinol die Vitamine und schützt die Netzhaut vor Oxidation und Glykierung.

Insgesamt deuten die Forschungsergebnisse darauf hin, dass die vorbeugende Einnahme von Ubiquinol ab etwa dem 30 Lebensjahr sinnvoll ist. Zudem ist der natürliche Mikronährstoff sehr gut erforscht und hat keinerlei Nebenwirkungen.

Im Rahmen der equalance Anti Aging Kur wird Q10 (150 mg) als Infusion verabreicht.

Eigenschaften von Coenzym Q10 im Überblick
  • Gewinnung von Zellenergie
  • Verringerung der Lipidperoxidation
  • Absenkung des Cholesterinspiegels
  • Verbesserung der Kontraktion des Herzmuskels
  • Schutz des Herzgewebes vor Ischämie
  • Normalisierung des Blutdrucks (systolisch, diastolisch)
  • Verbesserung der Blutzuckerregulation
  • Unterstützung der Insulinfunktion
  • Reduktion von oxidativem Stress
  • Unterstützung des Immunsystems (steigert die Phagozytoseaktivität der Makrophagen)
  • Verzögerung des Prozesses von degenerativen Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer

Die weiteren Bausteine der Therapeutischen Anti-Aging Kur finden Sie unter den nachfolgenden Links. Sollten Sie Fragen zum Gesamtpaket, zu dessen Ablauf oder zu einzelnen Modulen haben, dann stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Hier gehts zu den weiteren Modulen des Therapeutischen Anti-Aging-Paketes:
1 – Telomerase
3 – Oliphenolia, Resveratrol & Spermidine
4 – Oxyvenierung & Matrix-Rhythmus-Therapie
Der gesamte Beitrag (Teile 1-4) als PDF: Anti-Aging Sequenz
Literaturempfehlungen zu den Adaptogenen

_ Lavretsky H; Sajatovic M; Reynolds C III: Complementary and integrative therapies for mental health and aging.
_ Pannossian A; Wikman G.: Evidence-Based Efficacy and Effectiveness of Rhodiola SHR-E Extract in Treating Stress- and Age-Associated Disorders (Oxford University Press)
_ Pannossian A; Gerbarg PL: Potential use of plant adaptogens in age-related disorders

Literaturempfehlungen zu Q10

6179 Veröffentlichungen in PubMed (Stand: 01.03.2018)
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=q10

_ Barbiroli B et al.: Improved brain and muscle mitochondrial respiration with CoQ. An in vivo study by 31P-MR spectroscopy in patients with mitochondrial cytopathies. Biofactors. 1999; 9 (2-4): 253-60.
_ Cooke M et al.: Effects of acute and 14-day coenzyme Q10 supplementation on exercise performance in both trained and untrained individuals. J Int Soc Sports Nutr. 2008 Mar 4; 5:8.
_ DiMauro S et al.: Exercise intolerance and the mitochondrial respiratory chain. Ital J Neurol Sci. 1999 Dec; 20(6): 387-93.
_ Echtay KS et al.: Uncoupling proteins 2 and 3 are highly active H(+) transporters and highly nucleotide sensitive when activated by coenzyme Q (ubiquinone). Proc Natl Acad Sci U S A. 2001 Feb 13;98(4):1416-21.
_ Folkers K; Simonsen R: Two successful double-blind trials with coenzyme Q10 (vitamin Q10) on muscular dystrophies and neurogenic atrophies. Biochim Biophys Acta. 1995 May 24;1271(1): 281-6.
_ Kooncumchoo P et al.: Coenzyme Q10 provides neuroprotection in iron-induced apoptosis in dopa-minergic neurons. J Mol Neurosci. 2006; 28(2):125-41.
_ Porter DA et al.: The effect of oral coenzyme Q10 on the exercise tolerance of middle-aged, untrained men. Int J Sports Med. 1995 Oct;16(7): 421-7.
_ Ravaglia G et al.: Effect of micronutrient status on natural killer cell immune function in healthy free-living subjects aged >/= 90 y. Am J Clin Nutr. 2000 Feb; 71(2): 590-8.
_ Schmelzer C et al.: Functions of coenzyme Q10 in inflammation and gene expression. Biofactors. 2008; 32(1-4): 179-83.
_ Shults CW et al.: Effects of coenzyme Q10 in early Parkinson disease: evidence of slowing of the Functional decline. Arch Neurol. 2002 Oct; 59(10): 1541-50.

Autor: Dr. Andreas Wies, equalance Naturheilpraxis, München 2020.